Ganganalyse beim Hund

Warum objektive Bewegungsdaten immer wichtiger werden: Früherkennung, Therapieplanung und Rehabilitation durch biomechanische Bewegungsanalyse

Lahmheiten und Bewegungsstörungen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch bei Hunden. In vielen Fällen sind Veränderungen im Gangbild jedoch zunächst so subtil, dass sie mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind. Moderne Ganganalysesysteme ermöglichen heute eine objektive Bewertung der Bewegung und liefern präzise Daten zur Belastung der Gliedmaßen, zur Symmetrie des Gangbildes und zur Dynamik der Bewegung.

Früherkennung von Lahmheiten

Schon kleine Veränderungen im Bewegungsablauf können auf orthopädische oder neurologische Probleme hinweisen. Eine instrumentelle Ganganalyse hilft dabei, asymmetrische Belastungen oder veränderte Kraftverteilungen frühzeitig zu erkennen, noch bevor klinische Symptome deutlich sichtbar werden. Dadurch können Erkrankungen früher diagnostiziert und geeignete Therapien eingeleitet werden.

Objektive Grundlage für Diagnose und Therapie

Während die visuelle Beurteilung des Gangbildes stark von Erfahrung und Perspektive abhängig ist, liefert die sensorbasierte Analyse reproduzierbare und messbare Parameter. Dazu gehören unter anderem:

  • Druckverteilung der einzelnen Pfoten
  • Aufsetzkräfte und Belastungsverteilung
  • Schrittlängen und Spurbreite
  • Stand- und Schwungphasen
  • Symmetrieindizes zwischen den Gliedmaßen

Diese Daten ermöglichen eine differenzierte Bewertung der Funktion des Bewegungsapparates und unterstützen Tierärzte bei der Diagnose sowie der Planung geeigneter therapeutischer Maßnahmen. Moderne Systeme können dabei sogar Kraftkurven und Abrollverhalten der Pfoten detailliert darstellen.

Wichtige Rolle in der Rehabilitation

In der tierphysiotherapeutischen Praxis gewinnt die Ganganalyse zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglicht es, Therapieverläufe objektiv zu dokumentieren und Fortschritte messbar zu machen. Veränderungen in der Belastungsverteilung oder im Bewegungsmuster können so über mehrere Behandlungen hinweg verglichen werden. Das erleichtert die Anpassung der Therapie und unterstützt eine zielgerichtete Rehabilitation.

Einsatz in der Sportmedizin

Auch im Bereich der Sportmedizin für Hunde, etwa bei Agility- oder Arbeitshunden, wird die biomechanische Bewegungsanalyse immer wichtiger. Sie hilft dabei, Überlastungen frühzeitig zu erkennen und Trainingsprogramme optimal anzupassen. Gleichzeitig können Trainer und Tierärzte beurteilen, ob ein Hund nach einer Verletzung wieder vollständig belastbar ist.

Digitale Ganganalyse mit CanidGait®

Mit Systemen wie CanidGait® lassen sich Stand- und Gangparameter von Hunden präzise erfassen und auswerten. Drucksensormatrizen und synchronisierte Kameras ermöglichen eine detaillierte Analyse des Geh- und Stehverhaltens sowie der Kraftverteilung auf die einzelnen Gliedmaßen. Die gewonnenen Daten unterstützen Tierärzte, Therapeuten und Forscher dabei, Bewegungsstörungen besser zu verstehen und Therapien gezielt zu planen.

Die objektive Bewegungsanalyse entwickelt sich damit zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der modernen veterinärmedizinischen Diagnostik, Rehabilitation und Leistungsdiagnostik.

 

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